Sparen ab dem nächsten Jahr

EKD-Haushalt: Zukunft der Journalistenschule weiter ungewiss
Grafik EKD-Ausgaben
Graphik: EKD

Auch wenn die Kirchensteuereinnahmen gesunken sind: Noch einmal hat die EKD mehr Geld zu Verfügung als im Vorjahr. Ab dem nächsten Jahr sinken aber auch hier die Einnahmen und das lange Sparen beginnt. Davon bedroht ist weiterhin die Evangelische Journalistenschule, für deren Neustart die EKD kein zusätzliches Geld zur Verfügung stellen wird. Mehr Geld als geplant wird es aber für den Schutz vor sexualisierter Gewalt und deren Aufarbeitung geben.

Gut 5,6 Milliarden Euro haben die Kirchen der EKD im vergangenen Jahr über die Kirchensteuer eingenommen. Klingt viel, waren aber gut fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Andreas Barner, Finanzexperte im EKD-Rat, begründete dies sowohl mit dem generellen Trend sinkender Mitgliederzahlen als auch mit der Corona-Pandemie, die den finanziellen Abwärtstrend beschleunigt habe. Weil aber die Umlage, also das Geld, das die Gliedkirchen an die EKD weiterreichen, sich aus dem Durchschnitt der Einnahmen aus den vergangenen drei Jahren errechnet, hat die EKD für 2022 nochmal knapp drei Prozent mehr zu Verfügung, insgesamt 246 Millionen Euro. Ab dem kommenden Jahr dürfte dann aber auch der negative Trend den EKD-Haushalt erreichen.

Schroffe Antworten

Deshalb war der aktuelle Haushalt auch kaum ein Thema auf der Synode, wohl aber die Finanzstrategie, mit der die EKD bis 2030 nach gegenwärtiger Planung etwa 14,5 Millionen Euro einsparen will. Dieser  hatte die Synode im vergangenen Jahr grundsätzlich zugestimmt, hat aber zu einzelnen Posten nochmal Prüfaufträge erteilt. An 23 Stellen wurde nachgefragt, Alternativen vorgeschlagen und versucht, die Kürzungen nochmal abzuwenden oder abzumildern. Fünf Mal hatten die Synodalen damit Erfolg, „nur“ fünf Mal, wie der langjährige Synodale Hans-Peter Strenge bemängelte. Die Antworten auf die Prüfaufträge seien „schroff ausgefallen“. Er hinterfragte, ob die Aufträge wirklich keine neuen Informationen gebracht hätten, wie immer wieder geschrieben.

An einigen wenige Stellen hat das Nachhaken aber geholfen, etwa bei der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Altenarbeit in der EKD, dem Beauftragten für Ethik im Polizeiberuf, der Reformatorischen Forschungsbibliothek Wittenberg und der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für kirchliche Zeitgeschichte (EvAKiZ). Die rund 300.000 Euro, die hier weniger gespart werden, sollen nun aus dem Topf für „Unvorhergesehenes“ kommen.

Härte bei der Journalistenschule

Hart blieben die Finanzplaner hingegen bei der Evangelischen Journalistenschule (EJS) in Berlin, die vom Gemeinschaftswerks Evangelische Publizistik (GEP) getragen wird. Die geplante Schließung sorgte vor einem Jahr für viel Protest in der medialen Öffentlichkeit. Unter großem Engagement auch von ehemaligen Absolvent*innen wurde ein neues Konzept entwickelt, das allerdings mehr Geld von der EKD für die Schule vorsieht. Doch Andreas Barner machte klar: „Der Rat hat sich mit einem Konzept EJS 4.0 beschäftigt und sieht keine Möglichkeit, dem GEP zusätzliche Mittel für die Realisierung dieses Konzeptes zur Verfügung zu stellen.“ Nun liegt der Ball wieder beim GEP, dessen Aufsichtsrat nun prüfen muss, welche Möglichkeiten es im Rahmen des GEP-Budgets gibt, eine journalistische Aus- und Fortbildung im Geiste der evangelischen Publizistik weiterzuführen.

Mehr Geld hingegen gibt es für den Schutzes vor sexualisierter Gewalt und deren Aufarbeitung, ein Thema, das die Synodalen diesmal sehr beschäftigte.  Eine gute Million Euro zusätzlich stehen Bereit  für Zuschüsse an verschiedene Hochschulinstitute für die Aufarbeitung und Prävention sowie 162.000 Euro für Personalkosten. „Es ist nicht auszuschließen, so mein Eindruck von heute Nachmittag, dass noch weitere finanzielle Aufwendungen für diese wichtige Frage in den Haushalt und die Finanzplanung einbezogen werden müssen“, sagte Barner.
 

   

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