Glauben, Zweifeln

Neun Stunden Dostojewski

Fast neun Stunden Dostojewski. Neun Hörspiele auf zehn CDs. Die zum 200. Geburtstag des bedeutenden russischen Schriftstellers Fjodor Dostojewski (siehe Seite 50) erschienene Jubiläumsedition hat es in sich. Zum einen, weil die Box Novellen und Romane aus Dostojewskis (1821 – 1881) reichem literarischen Schatz als Hörspiele präsentiert; darüber hinaus aber auch, sorgsam editiert, historische Produktionen aus fünf Jahrzehnten von verschiedenen Rundfunkanstalten. Da ist zum Beispiel die älteste Einspielung von 1957: die Novelle Die Weißen Nächte, erschienen 1848 – einer frühen Zeit des jungen Dostojewski, romantisch, zutiefst melancholisch. Ein kurzes, zurückhaltend minimalistisches Hörspiel, lebendig im Dialog der beiden Protagonisten, stimmungsvoll untermalt von Streichern. Es ist erschienen im selben Jahr wie die gleichnamige Luchino-Visconti-Verfilmung des Stoffes.

Aus dem Jahr 2004 und angekommen in der Gegenwart ist das vom Südwestrundfunk produzierte Hörspiel Der Spieler (1866), mit den Schauspielern Milan Peschel, Sophie von Kessel und Walter Renneisen. Permanent rollt die Roulettekugel durch die Szenen als Hinweis auf die unbezähmbare Sucht zum Spieltisch. Und auch der phantasievoll abgemischte Klangteppich führt ins Heute. Jede Generation erlebt ihre literarischen Texte und Hörspiele eben auf ihre Weise.

So bereitet die neue Jubiläumsbox ein doppeltes Hörerlebnis. Durch die gewaltigen Texte Dostojewskis, die auch nach zweihundert Jahren in unserer Gegenwart zeitlos erzählen: über Außenseiter und Eliten, über Glauben und Zweifeln, über die Freiheit des Einzelnen und über Macht. Und durch Hörspiele, die selbst Zeitzeugnisse sind.

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Kathrin Jütte

Kathrin Jütte ist Redakteurin der "zeitzeichen". Ihr besonderes Augenmerk gilt den sozial-diakonischen Themen und der Literatur.


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